Warum es für uns nur einen gibt –

der Scottish Terrier,

Auf Umwegen über den Rauhaardackel, den Schnauzer, zweier wunderbarer Westies, kamen wir in Gestalt unserer Annabelle auf den Scottish Terrier. Damals wußten wir noch nicht viel über diese Rasse, aber Annabelle sorgte dafür, dass wir uns rettungslos in sie verliebten. Der Scottie trägt zwei Seelen in seiner tiefen Brust: eine sehr ernste, fast philosophische und eine urkomische, zuweilen alberne. Dieser Hund kann wie kein zweiter die Stimmungen seiner Menschen einfangen und sich mit seinem ganzen Herzen darauf einstellen. Unsere Westie-Hündin war immer dann ganz besonders frech, wenn es mir schlecht ging. So etwas habe ich bei all unseren Scotties nie erlebt. So ruhig und zurückhaltend sie im Haus sein können, so lebhaft sind sie in der freien Natur. Der Scottish-Terrier ist ein ausgesprochen ursprünglicher Hund, mit all seinen Instinkten und Trieben. Bei manch einem Vertreter dieser Rasse gibt es noch einen ausgeprägten Jagdtrieb und man sollte dies auf keinen Fall unterschätzen. Der Scottie ist anderen Artgenossen gegenüber nicht streitsüchtig aber durchaus ernst zu nehmen. Er ist zwar klein von Gestalt, aber ungeheuer kräftig und hat ein starkes Selbstbewusstsein. Die Erziehung dieser Rasse erfordert vom Besitzer Ruhe und viel Geduld. Denn wenn der Scottie eins ist, dann ist er stur! Mit Härte kommt man hier nicht weiter, im Gegenteil würde dies ihre sensible Seele zerstören. Wer einen Hund möchte, der bedingungslos und immer gehorcht, lässt bitte die Finger vom Scottie. Er ist immer noch sehr eigenständig, und man sollte ihm diese Eigenschaft, wo immer es nicht schadet, auch lassen. Trotz dieser Eigenständigkeit ist der Scottie einer der treuesten Hunde, die ich je kennen gelernt habe. Der Scottish-Terrier stellt sich vollkommen auf seine Menschen, mit denen er lebt, ein. Er braucht allerdings eine gewisse Ordnung im Leben. Ständige Veränderungen und unstetes Leben, sowie inkonsequente Besitzer machen diesen Hund, der eigentlich in sich ruht, nervös.

Ob allein, oder mit anderen Hunden im Rudel (am liebsten allerdings mit anderen Scotties!), der Scottish-Terrier wird jeden Menschen glücklich machen, der über Humor, Toleranz und viel Geduld verfügt. So skurril wie sein Äußeres so ist auch sein Wesen. Wer ihn aber einmal lieben gelernt hat, den wird das Virus Scottie nicht wieder verlassen.

Wir jedenfalls sind sehr glücklich solche Freunde zu haben.

Heidi Heuck